Montag, 30. Juli 2012

Wo die wilden Kerle wohnen

Heute habe ich mit meiner Mutter zusammen einen Kinderfilm gesehen, der nach dem Buch benannt ist, aus dem die Handlung stammt. "Dort wo die wilden Kerle wohnen", auf englisch " Where the wilds are", ist ein wundervoller Film vom Regisseur Spike Jonze. Dem talentierten Filmemacher gelingt es, innerhalb weniger Minuten den Zuschauer in die Gefühlswelt des kleinen Max zu zaubern, ohne dabei auf irgendeine Weise brutal oder aufdringlich zu wirken. Fast selbstverständlich nimmt man es an, dass der Junge zwar einen unglaublichen Drang zur Zerstörung hat, wenn er wütend ist, sich danach aber tottraurig in sein Bett verkriecht, weil er mit den Folgen seiner Zerstörung nicht klarkommt.
Als es nach einem Streit mit der Schwester auch noch zur Auseinandersetzung mit der geliebten Mutter kommt, rennt Max einfach weg - zu seinem Boot und weit weit weg über den Ozean zu Welt, in der die großen wilden Kerle wohnen.
DIese machen ihn zu ihrem König, nachdem er erklärt hat, er bestitzt Kräfte um die Traurigkeit, Einsamkeit und schlechte Laune fern zu halten. Anfangs haben alle unglaublich viel Spaß miteinander, aber schnell merkt der Junge, dass die Wilden untereinander Streit haben und alle tief verletzt sind vom Verhalten anderer. Vor allem mit Carrol baut er ein enges Verhältnis auf, denn dieser spiegelt sein eigenes Verhalten in seiner Fantasiewelt wider.
NAch und nach stürzt das Kartenhaus der Freude in der kleine Welt ein und Max muss erkennen, dass es keinen Ort gibt, an dem alle Wünsche war werden und jeder das tun kann, was er will. Außerdem ist Liebe und Familie etwas sehr schweres, vor allem, wenn man seine Wut nicht kontrollieren kann.
Carroll und er finden das am Ende raus und auch der Zuschauer erkennt, dass Kinder zwar mit Kostümen in eine andere Welt schlüpfen und nach außen wie Spielende wirken können, aber auch Erwachsenen in ihrer Fantasiewelt richtiges Benehmen und die Schmerzen anderer durch Wut von Freunden sehr nahe bringen können.
Dieser einfühlsame Film, 2009 war er in den Kinos zu sehen, ist absolut sehenswert - obwohl er ein Buch zur Vorlage hatte! Meist bin ich davon überzeugt, dass die Bücher mehr Einzelheiten einfangen können, doch dieser Film braucht keine Einzelheiten mehr. Er transporiert Gefühle wie Angst, Zorn, Liebe und Enttäuschung sehr gut. Und mehr brauchen wir nicht, um uns in den Film zu verlieben. Bloß die Fähigkeit, Gefühle zuzulassen.
Wo die wilden Kerle wohnen
http://www.amazon.de/Wo-die-wilden-Kerle-wohnen/dp/B002ZRQ6MC/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1343677568&sr=1-1

Rue, aus dem Reich der Wilden

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